HAUPTSACHE HAUPTSTRASSE

Die Hauptstraße in der Innenstadt von Solingen befindet sich im Wandel: Viele der vorhandenen Einzelhandelsflächen werden nicht mehr benötigt. Dieses Schicksal teilt Solingen mit vielen anderen Städten und es gilt, den erforderlichen Veränderungsprozess als Chance zu begreifen.

Im Rahmen unserer Beauftragung als Quartiersarchitekt haben wir uns intensiv mit dem Gebäudebestand beschäftigt, der in dieser Form für die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. In den Nachkriegsjahren ist in der Innenstadt eine völlig intakte Nachkriegsmoderne – vornehmlich aus den 1950er Jahren – entstanden. Die Merkmale sind eine einheitliche Traufhöhe der Gebäude, eine geschlossene Bauweise, Lochfassaden, stehende Fensterformate und Fensterbänderungen.

Besonders hervorzuheben ist – schließlich befinden wir uns im Bergischen Land – das Thema Fachwerk. Überall in der Region finden sich Holz-Fachwerkhäuser als seit Jahrhunderten bewährte, tradierte Bauweise. Auch in der Innenstadt wird dieses Thema angewandt, allerdings zeitgemäß übersetzt in eine urbane  Materialität, dem Beton. Gestalterisch ergänzt werden die Fassaden durch unterschiedliche Putz- und Malertechniken wie Kammzugputz oder Ornamentik, die vergleichsweise preisgünstig in den Nachkriegsjahren herzustellen waren.

Die zweite Ebene der Innenstadterneuerung bezieht sich auf die Beseitigung von Leerstand. Dabei gilt es, nicht mehr benötigte Einzelhandelsflächen in Wohnraum, Dienstleistung sowie Kultur- und Gastronomieangebote zu transformieren und damit den Kernbereich zu revitalisieren.

In den kommenden Jahren wird es eine wichtige Aufgabe sein, das architektonische Erbe zu schützen und weiterzuentwickeln, schließlich handelt es sich hier um die kommenden Denkmale. Hierzu stehen verschiedene Förderprogramme auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zur Verfügung, über die wir die Stadt und die Eigentümer beraten.